Gesundheit

Vergiftungen bei Hunden

Diesmal werde ich mich nur mit für den Hund giftigen Lebensmitteln beschäftigen,im Pflanzenreich lauern weit größere Gefahren, wie auch die Vergiftungsfälle mit Rizinus-Ölkuchenin Düngemitteln gezeigt haben.

Wussten Sie, dass die für den Menschen harmlose Küchenzwiebel für den Hund giftig ist?5-10g/kg Körpergewicht sind toxisch, das gilt sowohl für rohe, gekochte und getrocknete Zwiebeln.Die Folge ist eine hämolytische Anaemie da der Hund nicht mit den entsprechenden Enzymenausgestattet ist, die für die Haemolyse verantwortlichen Disulfide abzubauen.

Weitgehend unbekannt ist ein Toxin in der Avocado, das ausschließlich bei Tieren massive Herzmuskelnekrosen verursachen kann.

Hunde können sich mit Kakaoprodukten tödlich vergiften. Das Haupttoxin ist Theobromin.Die tödliche Dosis liegt bei 100-200mg/kg Körpergewicht. 100g Vollmilchschokolade enthalten 155-232mg Theobromin,100g Zartbitterschokolade 1587mg. Backschokolade und Kakaopulver 529-2116mg/100g.
Die Erkrankung beginnt etwa 4-12Stunden nach der Aufnahme einer ausreichend großen Menge.
Bei Hunden mit Epilepsie können Krampfanfälle ausgelöst werden.

Quelle: Ein Artikel über Pflanzenvergiftungen bei Heimtieren, Heft 14/99 Deutsche Apotheker Zeitung, vonFrau Dr. med. vet. Petra Ziemer
Fortsetzung folgt. (Birge Vietor, 7.4.2003)

Rassetypische Krankheiten

Hyperkeratose ist natürlich nicht die einzige Krankheit, die beim IrishTerrier auftritt.

Ein bisher noch verkanntes Problem ist die Cystinurie, ein erblich bedingteStoffwechselerkrankung, bei der einige Aminosäuren vom Körper nichtaufgenommen werden können und wieder ausgeschieden werden. Probleme bereitetdabei das Cystin, da es ausfällt und Kristalle, bzw. Steine bilden kann.
Bei Rüden bewirkt diese Krankheit zum Teil erhebliche Beschwerden, da durch denAufbau des Harnapparates Steine nicht ausgespült werden können.-
Oft wird überhaupt erst etwas bemerkt, wenn der Hund nicht mehr in der Lage istWasser zu lassen oder Blut im Urin ist. Selbst wenn Steine gefunden werden, wirdoft keine Steinanalyse vorgenommen.
Wir untersuchen seit ein paar Jahren alle Hunde, die in die Zucht gehen sollen.Es wird eine quantitative Cystinbestimmung durchgeführt. Der Tierarzt schicktden Urin in das Vet-Med-Labor.
Ein Wert kleiner als 179 nmol Cystin/mg Kreatinin ist als normal anzusehen.Geringfügig höhere Werte können fütterungsbedingt sein (z.B. Eukanuba).
Durch diesen Test können natürlich nur erkrankte Tiere ausgeschlossen werden,der Erbgang ist autosomal rezessiv, Hunde mit normalen Werten können also auchTräger sein.
Nur durch Kontrolle der Nachzucht können Träger identifiziert werden, einerkrankter Hund kann nur Träger oder erkrankte Hunde produzieren.
Ein kranker Hund muß nach Entfernung der Steine proteinarm gefüttert werden (methioninarm).Eine Diät, z.B. Hills Canin U/d kostet ungefähr 2,20 Euro pro Dose bei einemBedarf von 1,5 - 2 Dosen pro Tag. Diät alleine reicht nicht aus, es müssenneben regelmäßigen Kontrollen Medikamente gegeben werden, die den ph-Wert desUrins verändern. Damit werden Tür und Tor für Infektionen geöffnet. DieRezidivrate liegt bei 40-60%.

Quellen:
Praktikum der "Hundeklinik" von Niemand und Suter
"Harnsteine bei Hunden" Experimentelle Urologie, Prof. Dr. Hesse, UniBonn

(Birge Vietor, 14.11.2002)