Susi und Strolch

 

Susi im Dschungelcamp (Januar 2004)

Strolch: Susi, mein Herzblatt, du schaust heute ja grässlich aus. Was ist dir denn passiert?
Susi: Ach frag bloß nicht, ich zittere jetzt noch am ganzen Körper, wenn ich nur daran denke.
Strolch: Mein armes Schneeflöckchen, hat dein Herrchen mit dir geschimpft? Ist dir ein Gespenst begegnet? Nun erzähl doch mal.
Susi: Ach, ich hatte so einen fürchterlichen Traum und ich konnte dem nicht entfliehen.
Strolch: Schnuckelchen, nun sprich dich mal ruhig aus, das erleichtert, und du wirst wieder ruhiger.
Susi: Stell dir vor, mir träumte, ich wurde verschleppt und musste verschiedene Prüfungen bestehen, um wieder nach Hause zu kommen. Ach Strolchi, es war so grässlich.
Strolch: Nun mal ruhig, mein Sahnehäubchen, Strolch ist bei dir und hört dir aufmerksam zu.
Susi: Zunächst hat man mich in ein Labyrinth aus Steinen, Beton und Glas gesteckt, aus dem ich alleine wieder herausfinden sollte.
Strolch: Das ist doch nicht weiter schlimm, das erlebe ich täglich in der Stadt.
Susi: Ja, aber die Straßenschluchten waren ganz eng und hoch, es wimmelte nur so von Beinen, dass man keine 2 Meter weit sehen konnte, zusätzlich wurde mir immer wieder stinkender, beißender Rauch ins Gesicht geblasen, um meine Orientierung zu stören, ständig stieß mir einer seine Knie in die Rippen oder jemand trat mir auf die Füße. Wer kann sich dabei schon auf den Weg konzentrieren? Und dann noch dieser ständige Lärm von den Hupen und quietschenden Autoreifen, es war entsetzlich! Zu guter letzt wäre ich noch fast überfahren worden. Es war wirklich fürchterlich.
Strolch: Aber Hasilein, du bist wohl etwas überspannt, dass das normale Leben in der Stadt dir so zusetzt. Erhole dich erst einmal, dann wird alles wieder gut.
Susi: Aber das war ja erst der Anfang. In der zweiten Prüfung wurde ich in einen Kasten gesperrt, der ganz zugehängt war, so dass man nichts sehen konnte. So wurde ich durch die Gegend geschleppt, geschaukelt und gefahren. Immer wieder ging es um Kurven, mir wurde ganz schwindelig und übel von dem Geschaukel. Der Kasten landete schließlich in einem riesigen Gewölbe, in dem es fürchterlich roch und aus blechernen Kegeln unaufhörlich Lärm auf mich eindrang. Schließlich wurde ich aus dem Kasten befreit, doch statt aufatmen zu können, bekam ich sogleich eine Schlinge um den Hals und wurde an dieser so hochgezerrt, dass mir die Luft wegblieb. Jemand zerrte mich durch die Gegend, schleuderte mich, an der Rute und der Schlinge haltend, auf ein Podest, wo eine weitere Person an mir rumzerrte und mich überall begrapschte. Ich wollte zubeißen, als sie mir ins Maul sah, doch das konnte ich nicht. Irgendwie war mein ganzer Körper steif und unbeweglich. Dann wurde ich wieder in den Kasten gesperrt und es wurde wieder dunkel um mich herum.
Strolch: Aber Lockenköpfchen, mir dir geht die Phantasie durch, das ist doch alles gängige Praxis auf Schauen, das musst du doch kennen.
Susi: Bei der nächsten Prüfung musste ich dann so etwas grässliches fressen. Mir wird jetzt noch schlecht, wenn ich daran denke.
Strolch: Hat man dir lebende Mäuse und Ratten vorgesetzt?
Susi: Das wäre ja noch gut gewesen, dann hätte ich mir wenigstens die erjagte Beute gut schmecken lassen können. Nein, ich bekam eine Schale mit einer schleimigen, glibberigen Masse vorgesetzt, die irgendwie nach Fisch stank und wie aufgequollene Plastikkugeln aussah. Da musste ich meine Schnauze hineinstecken und alles auffressen. Mich schüttelt es noch jetzt, wenn ich daran denke.
Strolch: Nun sage bloß, du hast noch mehr so grässliche Sachen geträumt.
Susi: Ja, der Gipfel war, dass ich in eine Kiste gepackt wurde und dort fürchterliche Bauchschmerzen bekam. Nach einiger Zeit waren die glücklicherweise vorbei, doch dann kamen überall so kleine Wesen angekrochen, die sich bei mir festbissen und an mir sogen. Immer wieder krabbelten diese kleinen Wesen über meinen Körper und meinen Kopf, kratzten und bissen mich, und ich konnte mich nicht wehren. Ich wollte schreien, doch ich konnte nicht.
Strolch: Was wolltest du denn schreien?
Susi: Holt mich hier raus! Ich bin ein Rassehund!

 

Susi und Strolch führen... (Mai 2003)

Susi: Hallo Strolchi! – Huhu Strolchi, wo bist du mit deinen Gedanken? Siehst du mich denn gar nicht mehr?
Strolch: Hallo Susi, mein Augenstern, bin gerade mit meinen Gedanken abgeschweift und denke über das Führen nach.
Susi: Wen oder was willst du denn führen? Du willst dich doch nicht etwa wieder als Führer einer neuen Gang profilieren?
Strolch: Mumpitz Rehäuglein, das Wort Führer weckt so schlimme Assoziationen. Ich habe auch keine Lust mehr, den Leitwolf zu spielen.
Susi: Dann willst du also Blindenhund werden?
Strolch: Auch das nicht Hasilein, obwohl, wenn ich das recht bedenke, viele blind durchs Leben gehen, und den rechten Weg gezeigt haben wollen. Aber das besorgen ja schon andere.
Susi: Du führst dich hier auf wie ein Quizmaster, willst du mich an der Nase herumführen?
Strolch: Nun kommen wir der Sache schon näher, meine Sternmagnolie, was hältst du zum Beispiel davon, wenn ich dich heute Abend zum Tanzen ausführe, dich in meine Clique einführe, dir anschließend meine neue Wohnung vorführe um dich dann ein wenig zu verführen?
Susi: Wenn du das machst, wird mein Herrchen dich der Entführung überführen, dich von der Polizei in Handschellen abführen und dich dem Haftrichter vorführen lassen.
Strolch: Das wäre ja alles noch erträglich, mein Goldhamster. Ich hatte schon befürchtet, man würde mich in das Gefängniskrankenhaus überführen, mir einen Schlauch in den Magen einführen und mir dann Rizinusöl eintrichtern zum Abführen, damit ich dich nie mehr vorführen könnte.
Susi: Du wolltest mich also nur auf die Schippe nehmen?
Strolch: Aber natürlich, mein Rosenblättchen. Doch bei unserer Ausführung über führen gibt es zwei Dinge, die ich besonders liebe, verführen und einführen.
Susi: Ihr Rüden seid doch alle gleich!

 

Strolch entdeckt das Dosenpfand... (Februar 2003)

Strolch: Hi Susi, mein Goldlöckchen, hast du die Weihnachtsgans gut verdaut? Habe dich ja lange nicht gesehen.
Susi: Ach Strolchi, diese fetten Weihnachtsbraten sind gar nichts für mich, die bekommen mir nicht mehr.
Strolch: Wie denn, Engelchen, du verträgst den guten Braten nicht? Und ich dachte schon bei mir läge es daran, dass mein Magen von den guten Sachen entwöhnt ist.
Susi: Hast du denn wenigstens einen schönen Weihnachtsbraten erwischt?
Strolch: Erwischt schon, Schneeflöckchen, doch lag mir der Braten nachher so schwer im Magen, dass ich glaubte eine Gasfabrik verschluckt zu haben.
Susi: Nanu Strolchi, was ist passiert?
Strolch: Da hab ich doch so einen wundervollen Gänsetorso entdeckt mit reichlich Fleisch dran. Hat mir auch hervorragend geschmeckt. Doch wenig später bekam ich Bauchschmerzen und befürchtete, mich selbst zu vergasen.
Susi: Da siehst du, weshalb ich lieber auf fette Braten verzichte.
Strolch: Na klar, Elfchen, bei dir ist das ja auch etwas anderes. Aber ich war doch der Auffassung, einen robusten Magen zu haben, der abwechslungsreiche Kost verträgt.
Susi: Da kannst du mal sehen, wie man sich irren kann.
Strolch: Und was hat es bei dir gegeben? Ein kleines Döschen von Cäsar, garniert mit etwas Petersilie oder ziehst du jetzt vegetarische Kost vor?
Susi: Ach was, mir bekommt normale gewohnte Kost am besten, auch an Feiertagen.
Strolch: A propos, normale Kost, du bekommst doch auch dieses Futter, was von erfolgreichen Züchtern empfohlen wird? Da könntest du mal etwas für mich tun.
Susi: Wie soll ich das verstehen, willst du jetzt auch auf Dosenfutter umsteigen?
Strolch: Ach nein, mein Schinkenröllchen, so war das nicht gemeint, ich habe da eine ganz andere Idee.
Susi: Da bin ich aber gespannt. Hast du eine neue Idee, wie du bequem Futter schnorren kannst?
Strolch: Da bin ich aber enttäuscht, mein kandiertes Ingwerstäbchen, du solltest mich besser kennen. Für meinen Lebensunterhalt kann ich schon selbst sorgen, aber du könntest mir ein wenig dabei helfen.
Susi: So, und wie stellst du dir das vor?
Strolch: Du könntest beispielsweise dafür sorgen, dass die Dosen an einer zugänglichen Stelle abgelegt werden.
Susi: Und du willst dann die Dosen sammeln? Wofür soll das gut sein?
Strolch: Ich will schon ein wenig vorsorgen, mein Schätzchen.
Susi: Vorsorgen mit leeren Dosen? Bitte drück dich verständlicher aus.
Strolch: Versteh doch, Zirruswölkchen, so wie ich den Trittin einschätze, bringt der auch noch das Dosenpfand für Hundefutterdosen. Und dann kann ich meine Dosen eintauschen.

Strolchs Ansichten zum Schauwesen (November 2002)

Hey Susi, hast du schon gehört, dass jetzt auch die Maffia bei der Schau antritt?
Was für eine Maffia, ist das etwa wieder eine neue Terrierrasse
Quatsch, mein Dummerchen, das sind die Drogendealer aus Sizilien.
Und was wollen die jetzt auf der Schau, sollen wir jetzt auch mit Drogen versetztes Futter erhalten, es genügt doch, wenn wir gerade die BSE-Rinderfüsse und -Ochsenziemer überstanden haben.
Nein, die wollen auch keine Drogen verkaufen, die wollen jetzt bei der Wertung mitmischen.
Aber dafür müssen die sich doch erst einmal qualifizieren und Kenntnisse in den Rassen nachweisen.
Das brauchen die nicht, denen genügt Geld und ne Wumme, und dann sagen die dem Richter, wie er zu richten hat.
Und du glaubst, das machen die dann, das ist doch nicht fair!
Na ja, nicht alle, aber einige eben doch. Hast du ja bei den letzten olympischen Spielen gesehen. Da haben die das auch so gemacht.
Olympische Spiele sind ja auch eine ganz andere Größenordnung als unsere Hundeschauen.
Aber auch hier geht es um Geld und Meistertitel. Und übrigens, die Russen sind jetzt auch dabei.
Was, die großen schwarzen?
Blödsinn, doch nicht die Hunde, die Menschen.

"Chanel pour chiens?" (September 2002)

Hey Susi, trägst du jetzt das neue "Chanel pour chiens"? Das ist ja ein toller Duft, der macht mich ganz spitz.
Du Blödmann, das ist kein Parfüm, das sind die Hormone.
Prima, dann wirst du läufig? Ich weiß da im Wald ein lauschiges Plätzchen.
Nein Strolchi, ich muß gleich wieder nach Hause, ich wollte dir nur bescheid sagen, dass wir uns ein paar Wochen nicht sehen werden. - Übrigens, ich soll wieder Mutter werden.
Das kann ich doch auch besorgen, also was ist, mein Angebot steht.
Das geht eben nicht, denn erstens bist du kein Rassehund und zweitens bist du kein Champion.
Kein Champ, pah, da ist doch Quatsch. Ist dir übrigens schon mal aufgefallen, wie viele Hunde in der Stadt mir ähnlich sehen?
Ja, eben darum kommst du garantiert nicht in Frage. Außerdem haben Herrchen und Frauchen schon etwas besonderes für mich ausgesucht.
Doch nicht etwa wieder diesen Müller-Thurgau-Verschnitt, diesen Steuerflüchtling?
Ich weiß gar nicht, wen du meinst.
Na, diesen Sylvaner, oder wie der auch heißt, ist ja auch egal. Im Ausland wohnen, hier keine Steuern zahlen und Spaß haben wollen, wie der Bum-Bum.
Außerdem hast du keinen festen Wohnsitz, kein Dach überm Kopf und keine feste Nahrungsquelle.
Null Problemo, draußen auf dem Acker steht ein alter Schuppen, ist zwar ein wenig zugig dort, aber trocken und Futter habe ich bislang auch noch immer genug gekriegt.
Ja, oft genug, weil ich dir etwas mitgebracht habe.
Na ja, dann kann mich dein Alter doch auch adoptieren, zumindest zur Hälfte, die andere Hälfte bring ich auch noch irgendwo unter.
Und einen Stammbaum hast du auch nicht!
Na klar habe ich einen. Mindestens 150 Jahre alt. Die dritte Linde an der Allee.